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Jedem Bierchen sein Pläsierchen: Inflation der Kultgetränke

Wir leben im Zeitalter der Kultgetränke. Zuerst Bionade, dann Club-Mate und Aloha Limonade, jetzt das Uni-Gesöff Campunade und das Kiez-Bier Quartiermeister. Eine Million Limo-Sorten reichen uns nicht aus; 10 Millionen Bier-Sorten auch nicht. Es muss auch die kleinste (Sub-)Kultur erreicht werden: Studenten dürfen keine Bionade mehr trinken, sondern brauchen ihren eigenen Kräutertrunk; Bier darf nicht mehr aus Freiburg (Tannenzäpfle), Hamburg (Astra) oder München (Augustiner) kommen, sondern muss dem eigenen Quartier entspringen bzw. diesem zumindest zugute kommen.
Während man früher, als alles noch besser war, versuchte, weltläufig zu sein, indem man die großen Marken, die (inter-)national erfolgreichen, konsumierte, oder das  Skurrile und Andere, treibt man heute Kleinkrämerei, will unter sich bleiben, misstraut dem fremden Großen. Mein Haus, mein Auto, meine Frau. Die Wiedergeburt des Spießbürgertums aus dem Geiste des Getränks.

Dann lieber auf seinem Ale eine gar fröhliche Melodei flöten (via):

Oder mit Bierdosen à la Ming Dynastie dekadent vorbürgerliche Zeiten in Erinnerung rufen (via):

Obwohl, dann vielleicht doch lieber ’nen eigenen Limo-Stand. Aber Vorsicht: Death b(u)y lemonade! (via)

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