Der Internet-Troll: eine Leseliste

Internet-Troll

Trolle.

Ureinwohner der Kommentarfelder und Internetforen, Schreckwesen der Online-Redakteure und Community-Manager.

Aber: Wer sind sie wirklich? Woher kommen sie und was machen sie? Wie sehen sie aus? Wie ticken sie? Und nicht zuletzt: Warum?!

Teilantworten liefern immer wieder die Teilbetroffenen selbst: die Medien. In Beiträgen, in denen sie ihre Trolle besuchen, mit ihnen reden, sie porträtieren, über sie sinnieren.

Daher, aus immer wieder gegebenem Anlass, voilà, eine unvollständige, unfertige, lediglich chronologisch geordnete Lese- bzw. Watchliste:

[Foto: © by señor nejo / creative commons]

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Martin Luther als Playmobil-Figur

Martin Luther Playboy

Fürwahr, es stimmt! Als Beitrag zur sogenannten Luther-Dekade, die noch bis 2017 andauert, gießt der Zirndorfer Spielzeughersteller Geobra Brandstätter den deutschen Reformator in Plastik.1

In einer Hand trägt er einen Federkiel, in der anderen eine aufgeschlagene goldfarbene Bibel. Auf ihrer linken Seite steht (in angedeuteter Fraktur) “Bücher des Alten Testaments ENDE”, auf der rechten “Das Neue Testament übersetzt von Doktor Martin Luther”. Das Antlitz des Kunststoff gewordenen Erzreformators sieht jünger, glatter aus als auf dem berühmten Porträt von Lucas Cranach d. Ä. (1528); das Haupthaar länger – fast bis schulterlang. Dennoch ist er unschwer zu erkennen. Dafür sorgen – abgesehen von den unzweideutigen Attributen – das schwarze Barett und der schwarze Talar.2

Die Bedeutsamkeit dieses neuen Klickys kann kaum überbewertet werden – und zwar seine Bedeutsamkeit für das playmobile Mittelalter. Denn wenngleich Martin Luther die Neuzeit miteinläutete, entstammte er doch auch ganz dem Mittelalter. (Dem entspricht Geobra Brandstätter sogar, indem es seinen 7,5-Zentimeter-Reformator in die ehrwürdige Spielwelt der Knights einordnet.) Und dass solch ein Neuzugang bruchstückhaft ein zentrales Manko jener Plastikepoche ausgleicht, nämlich das Fehlen der geistlichen Sphäre, wird aus meinem Aufsatz Das playmobile Mittelalter deutlich, den ich vergangenes Jahr veröffentlicht habe.3 Darin schrieb ich:

Dass dabei [d.h. bei der Ausgestaltung des playmobilen Mittelalters] auch der Bauernstand bedacht wird, unterstreicht das Bemühen, das playmobile Mittelalter zu vervollständigen.4 Gleichzeitig wird dies aber grandios versäumt, indem man gänzlich darauf verzichtet, die geistliche Sphäre abzubilden. Keine Kathedrale, welche die mittelalterliche Stadt noch bis heute prägt, keine Kirche, kein Konvent, kein Tabernakel, keine Heiligenstatue. Ganz zu schweigen vom entsprechenden Personal: Papst, Kardinal, Bischof, Priester, Mönch, Nonne und/oder Glöckner.

Dabei postuliert Playmobil auf der Rückseite des Faltkatalogs von 1977 mit pädagogischem Impetus, dass sein Mittelalter “die Vergangenheit und die Geschichte wieder erwachen [lässt]”. “Spielen und lernen”, lautet dort das Motto.5 Andere Epochen und Kulturen verfügen über das Sakrale – die Indianer haben ihren Schamanen samt Totem, der Wilde Westen eine Kapelle mit Reverend. Und entzaubert ist das Plastikuniversum ja auch keineswegs: Es gibt Märchen aus Tausend-und-einer-Nacht, einen übervollen Zauberwald, ein Schlossgespenst, einen Vampir und einen Teufel (!) sowie ein pastellenes Märchenschloss.6

Selbst das Christentum blitzt hie und da auf – in Form der Arche Noah, eines Krippenspiels, der Heiligen Drei Könige, dem Heiligen Martin und einer zeitgenössischen Nonne. Das einzige, was man dem Mittelalter bewusst7 an geistlicher Sphäre gönnt, ist 1994 ein feister Bettelmönch.8

Im Geiste dessen fordert seit Montag eine von Bernd Becker, dem Geschäftsführenden Direktor des Evangelischen Presseverbands in Bielefeld, initiierte Facebook-Petition eine Wartburg für [den Playmobil-]Luther (und verpasst ihrem playmobilen Luther-Avatar gleich einmal eine Mönchstonsur). Das erste Posting:

Luther darf nicht allein bleiben! So erfreulich es ist, dass Playmobil eine Luther-Spielfigur heraus gebracht hat, steht der Reformator verloren da: Keine Wartburg, kein Friedrich der Weise, kein Papst, kein Karlstadt, kein Tintenfass. Gebraucht wird auch dringend Katharina von Bora und ein Ergänzungsset “Junker Jörg”. So kommt einfach keine rechte Spielfreude auf. Kinder müssen auf unpassende Ersatzprodukte zurückgreifen, etwa die Playmobil Kirche (21. Jh.), die Playmobil-Krippe (!) oder die “Geheime Drachenfestung”. Die Luther-Figur wurde sogar schon in der “Großen Asia-Drachenburg” und im “Filly Einhorn Regenbogenturm” gesichtet. Das kann nicht sein.

Und anstatt auf Playmobil zu hoffen und zu warten, schlägt die Facebook-Seite selbst Spielsets vor: Luther auf der Wartburg (drei Figuren [Junker Jörg, Friedrich der Weise, der Teufel], Schreibtisch, Septembertestament, Tintenfass mit Feder, Kachelofen, Tintenklecksaufkleber), die “Lutherin” Katharina von Bora (Rechentisch, Buch, Vorräten) und Johann von Tetzel (Pferd, Wagen, Sack, Kiste mit Goldmünzen, Ablassbrief).

Die Welt reagierte darauf mit Zweifel: “Finden es kleine Jungs wirklich sooooo toll, mit Melanchthon zu spielen? Gerade wenn die anderen aus der Klasse die mit schweren Streitäxten bewaffneten Löwenritter haben. Oder einen Piratenkapitän, der an der Kanone steht …”

Playmobil selbst watschte die Bittschrift mit einem anderen Beweisgrund ab: “Wir haben in unseren Bausätzen bereits alles vorhanden, damit sich jeder seine eigene Wartburg bauen kann”, sagte Sprecherin Anna Ermann gegenüber dem Bayerischen Rundfunk. Auch Zeitgenossen oder Wegbegleiter des Reformators könnten mit den vorhandenen Bausätzen fantasievoll und kreativ hergestellt werden.

Das playmobile Mittelalter muss sich folglich mit dem begnügen, was ihm dieser Tage geschenkt worden ist. Ein Martin Luther. Mit deutscher Bibel. Das ist für den Kunststoff-Klerus schon viel!

Anmerkungen

  1. Mitentwickelt haben den Luther-Klicky die Congress- und Tourismus-Zentrale Nürnberg und die Deutsche Zentrale für Tourismus (DZT). Erstere brachte bereits vor drei Jahren zusammen mit Geobra Brandstätter einen Playmobil-Albrecht-Dürer heraus – pünktlich zur Ausstellung Der frühe Dürer im Germanischen Nationalmuseum. Ausgestattet wurde der so genannte kleine Albrecht Dürer mit einem Renaissance-Outfit samt Pinsel, Palette, Staffelei und dem bekannten Selbstbildnis mit Landschaft (1498). Dessen Original hängt im Prado in Madrid und durfte erst nach Vermittlung des Germanischen Nationalmuseums aufs Kunststoffholz gebracht werden (wie aus der Beschreibung auf der Website der Congress- und Tourismus-Zentrale Nürnberg hervorgeht).
  2. Zu den Lutherbildnissen Lucas Cranach d. Ä. siehe HOLSTE, TANJADie Porträtkunst Lucas Cranachs d. Ä., Phil. Diss. masch., Kiel 2004, S. 165-192.
  3. LORENZ, MANUEL, Das playmobile Mittelalter, in: SZABO, SACHA und KÖPPER, HANNAH (Hg.), Playmobil durchleuchtet: Wissenschaftliche Analysen und Diagnosen des weltbekannten Spielzeugs (Studien zur Unterhaltungswissenschaft, Bd. 7), Marburg 2014, S. 97–107.
  4. Playmobil-Erfinder Hans Beck sagte einmal – allerdings in einem anderen Kontext –, dass, wenn man das Bild einer vergangenen Zeit zeichne, man all seine Seiten zeigen müsse. Siehe WALKER, RUTH, One Man’s Tiny Plastic Universe, in: The Christian Science Monitor, 7. Oktober 1997, S. 2.
  5. 2010 wird Playmobil wieder pädagogisch. Die Spielzeughersteller veröffentlicht das 16-seitige Ritter-Booklet Großes Wissen über die Ritter, das einerseits die aktuelle Ritterkollektion vorstellt, diese aber gleichzeitig auch erläutert. Dabei geht es um (Raub-)Ritter, Burgen, Rüstung, Waffen, Angriff und Belagerung. 2012 legt Playmobil die Bäckerei neu auf – kaum merklich anders als jene von 1977. Außerdem wird ein großes Fachwerkhaus mit Stall eingeführt.
  6. Siehe dazu auch den Abschnitt Das andere Mittelalter, in: Lorenz, ebd., S. 105f.
  7. Die Ordensritter gehören als miles Christi natürlich auch in die geistliche Sphäre. Es ist aber kaum anzunehmen, dass dies dem Spielzeughersteller bewusst ist. Dasselbe gilt für die Ritterbünde, welche die Löwenritter (u.a.) darstellen könnten. Diese Gesellschaften kennzeichnete nämlich u.a. der Eid auf ein reges religiöses Leben – weswegen sich manche von ihnen auch nach Heiligen benannten. Siehe RANFT, ANDREAS, Art. “Ritterbünde, -gesellschaften”, in: Lexikon des Mittelalters, Bd. 7, Stuttgart u.a. 1995, Sp. 876f.
  8. Kirchengebäude sind bei Playmobil nicht sonderlich populär. Das Spielwelt 1900-Brautpaar von 1994 hat zwar eine Festtafel, eine dreistöckige Torte und eine Kutsche – eine Kirche samt Priester gibt es allerdings erst bei jenem zeitgenössischen Brautpaar von 2008.

[Bild: Promo]

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#HotDudesReading: Heiße Typen beim Lesen in der New Yorker U-Bahn

Endlich mal wieder ein sinnvoller Instagram-Account: #HotDudesReading zeigt heiße Typen in New Yorker U-Bahnen, die – man glaubt es kaum – lesen. Denn: Wenngleich wir immer schon wussten, dass der Leser als solcher durchaus auch hot sein kann, fehlten uns dafür bislang handfeste Beweise. “Hobbys: Lesen” war dadurch stets gleichbedeutend mit pickelig, buckelig, bebrillt – das genaue Gegenstück zu “Hobbys: Kitesurfen”.

(Um das Gleichgewicht vollends herzustellen, eröffne ich gleich ein Instagram-Konto, das #UglyDudesKitesurfing versammelt …)

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Martin Walsers erstes Selfie

Geschossen hat es nicht etwa der Schriftsteller selbst, sondern ZEITmagazin-Chef Christoph Amend am Montagabend im Militärhistorischen Museum der Bundeswehr in Dresden bei einer Lesung und Diskussion von und mit Martin Walser (aus und über Die Verteidigung der Kindheit).

Und ganz so abwegig, wie es zuerst scheint – Waigel’schen Augenbrauen traut man aus welchen Gründen auch immer das smartphonegeborene Selbstporträt nicht zu (vielleicht wegen des augenscheinlichen Gegensatzes von kauziger Buschigkeit und kaltglatter Oberfläche) –, ist es am Ende dann doch nicht. In Der Lebenslauf der Liebe (2001) lässt Walser seine Protagonistin Susi Gern mit einem Handy telefonieren, obwohl es – wie Thomas Steinfeld in seiner Rezension des Romans für die Süddeutsche Zeitung bemerkte – 1974 noch gar keine Handys gab! Und im Briefroman Das dreizehnte Kapitel (2012) schreiben sich Basil Schlupp und Maja Schneilin irgendwann nicht mehr analoge Briefe, sondern solche, die mit der Signatur “Von meinem iPhone gesendet” enden – “vielleicht [auch] als Tribut des Autors an die junge Generation”, wie damals Jan Wiele in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung mutmaßte. (Wiele stellt auch gleich im zweiten Absatz die Frage “Was hat ein Martin Walser der Generation Twitter noch zu sagen?” und hüllt damit den Rest seiner Besprechung in einen Nebel aus Einsen und Nullen.)

Von Lutz Seiler, dem Gewinner des Deutschen Buchpreises 2014, oder aber auch von anderen prämierten deutschen Autoren der Gegenwart habe ich noch kein Selfie gesehen. Ich hab’ aber auch (aus nebulösen Gründen) noch nicht wirklich richtig danach gesucht.

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COS zitiert Ligeti

COS Ligeti Berlin

Hach, wunderbare schwedische Massenmodewelt!

Ein Schaufenster der COS-Filiale in der Neuen Schönhauser Straße zitiert mit seinen 36 Metronom-Attrappen György Ligetis Poème symphonique (1962). Ein grandioser PR-Gag, der einzig zur Folge haben kann, die Absätze der H&M-Tochter rapide zu steigern.

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10 Namen für Döner-Start-ups

doenr

Doener-4-1

DönerVZ

KebApp

qbp

Zwiebelhelden

Yufkando

WunderSpieß

Mitalles24

fa♥el (sprich: Fa-love-el)

[Nicht bestanden haben das Casting: Dürümdo, YouFka, Köfte24, MySpieß, #nomnomspieß, Keb-up, DönerBox, Doenate, DoenerFreun.de e.V., Facebörek]

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Tim Wieses erster Wrestling-Kampf

Blitzlichtgewitter, Strobo-Wahnsinn, Hiphop-Beats. Gangsta-Rapper Kollegah stellt den Soundtrack für Tim Wieses Wrestling-Debüt: “Ich fickte die Szene und war jung und stürmisch; heute bin ich King und jeder redet mit mir unterwürfig!”

Und dann tritt Wiese aus dem Tunnel. Der Ex-Super-Torwart, Ex-Elfer-Killer. Tritt heraus, als wär’s ein Champions-League-Finale. Reißt die Arme in die Luft und grinst. In der einen Hand hält er einen DFB-Pokal aus Plastik, in der anderen ein Silbernes Lorbeerblatt aus Blech.

Das Publikum jolt, pfeift und klatscht – als hätte Wiese gegen Messi pariert. 15.000 sind gekommen. Die SAP-Arena ist ausverkauft.

Wiese genießt die Aufmerksamkeit. Er trägt ein eng anliegendes, rosafarbenes Ringertrikot, darüber eine schwarze Lederjacke. In seinen Ohren stecken große Brillanten, auf seiner Nase sitzt eine weiße Sonnenbrille. Die Haare sind öliger als je zuvor, die Kotletten dünner, die Solarstudio-Bräune dunkler.

Im Publikum: Wiese-Fans in grünem Werder-Trikot, Wiese-Hasser mit Plakaten in der Hand (“Fleischwurst? Nein, Danke!”, “Die Mucki-Schande von der Weser”), Wrestling-Fans mit Hulk-Hogan-T-Shirts, Promis wie Verona Pooth und Axel Schulz.

Lange hatte man gerätselt: Wie wird wohl Wieses Kampfname sein? Pink Panzer? Timperator? Testo Tim? Wham Wham Wiese? Nein. Das wäre alles zu wenig. Zu klein. Der 1,93-Hüne mag’s groß. Deshalb nennt er sich jetzt The German Riese.

“Riese! Riese!”, rufen die Fans. Oder doch “Wiese! Wiese!”? Man hört es nicht genau.

Riese-Wiese schleppt sich zum Ring. Er wiegt mittlerweile 130 Kilo. Selbst sein Gesicht ist reine Muskelmasse. Links und rechts klatscht er Fans ab wie im Stadion. Ein Typ im FCK-Trikot zeigt ihm den Effenberg.

Im Ring wartet Wieses Gegner: Matthias Ilgen. Der SPD-Abgeordnete war damals schon mal Wrestler. Kampfname: “Freiherr”. 1,89 Meter, 103 Kilo. Erfahrung: Über 300 Profi-Kämpfe. Für diesen Abend kehrt er einmalig in den Ring zurück. Ein Jahr lang hat er für den Kampf trainiert. Tagsüber Parlament, am Abend Kampfsport-Gym. Er trägt die sportliche Version eines Nadelstreifenanzugs. Auf das Spandex-Oberteil ist ein roter Schlips gedruckt.

Wiese guckt böse, spuckt fußballerisch auf den Boden. Ilgen ignoriert ihn, wischt sich imaginären Staub von den Schultern.

Im Fernseher überschlägt sich Béla Réthys Stimme. “Hier vibriert es vor Spannung!”, sagt der Moderator. “Von seiner DNA her war Wiese ja schon immer eher ein Ringer!”

Dann gibt Pierluigi Collina den Kampf frei.

“The German Riese” hechtet auf den “Freiherrn” zu, versucht, den SPD-Mann mit einer Vorwärtsrolle wegzukegeln. Aber der passt auf, überspringt das rosarote Muskelknäuel. Wiese steht sofort auf und trommelt sich auf die Brust. Das Publikum quittiert die King-Kong-Geste mit lautem Jubel. “Riese! Riese!” Und: “Mach die rote Socke fertig!”

Wiese hat einen Moment nicht aufgepasst. Und schon kommt Ilgen angeflogen und fährt seinen Arm zur Clothesline aus. Volltreffer! Der Weser-Riese kracht auf die Matte.

Wiese verzieht die Anabolika-Miene, windet sich wie ein Schwalbenkönig. Ilgen hat sich einen Stuhl geschnappt, zielt damit auf Wieses Kopf. Aber der Ex-Keeper zeigt Reflexe wie beim Elfmeter, fängt den Stuhl ab wie ein Kreisligaschüsschen! Ilgen staunt, macht große Augen. Wiese steht auf, macht wieder den King-Kong – als gehörte zu den Bremer Stadtmusikanten ein Gorilla im schrillen Torwarttrikot. Dann wirft er seine 130 Kilo in die Seile, lässt sich abprallen, springt Ilgen an. Beidbeinig! Dropkick! Nein: Tim-Kick! Ein Kung-Fu-Tritt wie 2008 gegen Olić!

Ilgen taumelt, ist benommen. Und Wiese? Kündigt seinen Finishing Move an: den Ultimate Penalty Kill Jump!

Er fährt sich durchs Öl-Haar, stellt sich auf wie beim Elfer, hampelt herum, springt plötzlich zu Seite und faustet Ilgen beidhändig ins Koma. Ilgen fällt um wie das Tor in Madrid. Wiese dreht sich mühsam auf ihn, Schiri Collina klopft dreimal auf die Matte, die Glocke läutet, The German Riese hat gewonnen.

“Siehst du, Neuer: So macht man das!”, brüllt Wiese wütend in die Kamera. Dann macht er noch mal die King-Kong-Geste.

“Riese! Riese!”

Ist Wrestling Tim Wieses neue Chance? Jedenfalls hat er endlich mal wieder gewonnen. So wie zuletzt bei einem anderen Showkampf: dem Abschiedsspiel für Kugelblitz Ailton.

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Kommentar: Warum Netflix für Deutschland wichtig ist

Netflix kommt nach Deutschland, und alle finden’s toll. Warum? Hat der US-amerikanische Streaming-Dienst etwa das Fernsehen neu erfunden? Natürlich nicht. In BILD erkläre ich, warum Netflix für Deutschland dennoch wichtig ist:

[Foto: Promo]

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Hipsterdämmerung

Die Ära des Hipster ist vorbei. Ein Essay:

[Illustration: Karo Schrey]

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    Rezension: Gregory Porter in Freiburg

    Warum trägt der Jazz-Sänger Gregory Porter immer diese seltsame Kopfbedeckung? Und was ist eigentlich Lyrik? Um diese und andere Fragen zum Eröffnungskonzert des Zelt-Musik-Festivals in Freiburg zu beantworten, erinnerte ich mich für fudder.de zuerst an einen Venedig-Aufenthalt von 2009, um dann über den Hipster von einst zu sinnieren. Am Ende war ich zutiefst bewegt:

    [Foto: Promo / Shawn Peters]

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